Zum Gedenken an Schwester Mangala (22.8.1938 – 6.3.2018)

Schwester Mangala, eine geliebte Jüngerin unseres Gurus seit über fünfzig Jahren, ist am 6. März im Nürnberger Ashram heimgegangen. Ihre mütterliche Liebe und praktische Weisheit hat viele Gottsucher inspiriert. Jahrzehntelang hat sie der Organisation der Gemeinschaft der Selbst-Verwirklichung mit tiefer Hingabe und großer Tatkraft wertvolle Dienste erwiesen.

Schwester Mangala wurde als Anneliese Flux am 22. August 1938 in einem Dorf in Ostpreußen geboren (genau 2 Jahre, nachdem Paramahansa Yogananda bei seiner Reise nach Indien in seinem Heimatland ankam.) Ihre ersten Kinderjahre waren sehr glücklich, und sie erzählte gern Geschichten aus dieser Zeit, die die tiefe Religiosität ihrer Eltern, deren hohe moralische Werte und die liebevolle, aber strenge Disziplin illustrierten, die sie damals empfing. Einmal sagte sie: Mein Vater war der beste Vater der Welt.

Diese glückliche Zeit währte nur wenige Jahre. Der Vater starb in russischer Kriegsgefangenschaft. Die Mutter und ihre beiden Kinder (die junge Anneliese und ihre Schwester) verloren ihre Heimat und alles Eigentum. Aber Schwester Mangala erinnerte sich, dass die Mutter selbst in dieser schwierigen Lage noch die Fähigkeit hatte, den Glauben ihrer Kinder zu stärken. Sie erzählte: "Einmal fand ich eine Scheibe Brot auf der Straße. Meine Mutter sagte: 'Kind, die kannst du nicht essen. Die ist doch ganz schmutzig. ' Ich erwiderte: ' Aber ich habe doch solchen Hunger! ' Meine Mutter antwortete: ' Dann müssen wir Gott bitten, dass du das Brot essen kannst und trotzdem nicht krank wirst. ' " Und so geschah es: Sie haben gemeinsam gebetet, Schwester Mangala aß das Brot, und es ist ihr gut bekommen. Sie sagte später, dass diese Zeit der Not ihr sehr geholfen hat, ihr Gottvertrauen zu vertiefen.

In Westdeutschland angekommen, musste die Familie ein neues Leben aufbauen. Schwester Mangala trug mit großer Lebensfreude, konzentrierter Willenskraft und einer Gabe der Leistungsfähigkeit zu dieser neuen Situation bei. Immer wieder fand sie Auswege aus schwierigen Situationen, in denen andere Menschen nicht weiter wussten. Sie heiratete früh und baute gemeinsam mit ihrem geliebten Mann eine Steuerberatungspraxis auf. Die während dieser Zeit erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten würden ihr später sehr helfen, wertvolle Beiträge zum Aufbau und der Aufrechterhaltung des Werkes ihres Gurus in Deutschland zu leisten.

Bald nach ihrer Heirat fand sie das Buch, dass ihr Leben wieder verändern würde: die Autobiographie eines Yogi. Gemeinsam mit ihrem Ehemann begann sie voller Begeisterung den geistigen Weg ihres Gurus, meldete sich zum Studium der SRF Lehrbriefe an und begann täglich zu meditieren.

Die glückliche Ehe fand durch den frühen Tod ihres geliebten Mannes ein Ende. Ein paar Monate danach kam sie in den Nürnberger Ashram, um ihr Leben ganz Gott und dem Guru zu widmen. Als sie hörte, dass sie angenommen war, sagte sie: Jetzt oder nie! In Nürnberg diente sie - ihren vielfältigen Fähigkeiten entsprechend  in verschiedenen Bereichen der Organisation von Paramahansaji. Vielen Mitgliedern der Gemeinschaft der Selbst-Verwirklichung war sie durch ihre mütterlich praktischen, liebevollen Ratschläge eine große Stütze auf dem geistigen Weg. Mit ihrem hingebungsvollen Wesen inspirierte sie viele Teilnehmer an Gottesdiensten und Meditationen, die sie leitete, und ihr unermüdlicher Dienst  sei er im Bereich der Verwaltung, der Instandhaltung der Gebäude oder der Gartenarbeit  war ein leuchtendes Vorbild der wahren Jüngerschaft.

Nachdem sie fast dreizehn Jahre lang eine Brahmacharini gewesen war, legte Schwester Mangala am 27. April 2017 das Sannyas-Gelübde ab und erhielt ihren Ordensnamen, der eine Ausdrucksform der segnenden, verheißungsvollen Göttlichen Mutter beschreibt.

Schwester Mangala hatte den festen Wunsch, dem Werk ihres Gurus bis zum letzten Atemzug zu dienen, ein Ausdruck ihrer tiefen Hingabe und Treue an Gott und den Guru, ihrer Tatkraft und Begeisterung für das Werk der Self-Realization Fellowship.

Schwester Mangala ist nun in die Sphäre des ewigen Lichts eingegangen. Doch wir alle, die ihre tiefe Liebe zu Gott und zu ihren Mitmenschen erfahren haben, werden sie nie vergessen. Wir alle senden ihrer Seele unsere Liebe und ewig währende Freundschaft.